Über unsere Forschung

Forschungsprofil

Wir erforschen wirtschaftliche Phänomene anhand einer Vielzahl unterschiedlicher methodologischer und paradigmatischer Ansätze. Dabei beziehen wir die Betrachtung gesellschaftlicher Prozesse und sozialer Systeme sowie organisationelle, unternehmensbezogene und mitweltgestaltende Perspektiven ein.

Unsere Forschung basiert auf einer kritisch reflektierten, ausgewogenen Pluralität von methodischen wie theoretischen Ansätzen und Inhalten. Methodenvielfalt bedeutet für uns auch die produktive Synthese quantitativer wie qualitativer Methoden. Wir sind davon überzeugt, dass in einer zunehmend komplexen und (global) interdependenten Welt sich die wissenschaftliche Forschung multiperspektivischer und interdisziplinärer aufstellen muss. Zum einen untersuchen wir wirtschaftliche Phänomene auf der Makroebene (Europäische Union, Nationalstaaten), der Mesoebene (Regionen, Städte, Gemeinden) wie auch der Mikroebene (Unternehmen, Verbände, Individuen). Zum anderen bemühen wir uns um die Anschlussfähigkeit gegenüber angrenzenden Wissenschaften, insbesondere den Sozial-, Rechts- und Geschichtswissenschaften. Die Förderung pluraler, heterodoxer, praxeologischer und kulturökonomischer Forschung unter ganzheitlicher Betrachtung der in die Gesellschaft eingebetteten Wirtschaft haben wir uns ebenso zum Ziel gesetzt wie die Entwicklung von Beiträgen zu wirtschaftspolitischen Fragestellungen.

Die Forschungen der Forschungsstelle ‚Plurale Ökonomik’ gliedern sich entlang von drei Schwerpunktbereichen, die nicht isoliert nebeneinanderstehen, sondern vielfältige Überlappungen aufweisen. Dabei sind unsere Forschungen eingebettet in vielgestaltige nationale wie internationale Forschungskooperationen. Zu guter Forschung gehört für uns neben erstklassigen Publikationen und Drittmittel geförderten Projekten auch kritisches Engagement und Wissenstransfer in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie ein substantieller Beitrag zur ökonomischen (Aus-) Bildung nachkommender Generationen. In konkreter Ausgestaltung des Leitmotivs der Universität Siegen ‚Zukunft menschlich gestalten’ setzen wir uns für eine nachhaltige, gerechte, demokratische und generationensensible Gestaltung wirtschaftlicher wie gesellschaftlicher Zukunft ein.


Forschungsschwerpunkte

Unsere Forschung lässt sich in drei Forschungsschwerpunkte gliedern. Neben einer näheren Beschreibung dieser, finden Sie im Folgenden zu jedem Forschungsschwerpunkt assoziierte Projekte und entsprechende Publikationen aus unserer Forschungsstelle.

Sozioökonomische Herausforderungen und Nachhaltigkeit

In diesem Schwerpunkt beschäftigen wir uns mit aktuellen sozioökonomischen Herausforderungen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, wobei Fragen der Nachhaltigkeit und der gesellschaftlichen wie globalen Ungleichheit bzw. Verteilungsgerechtigkeit einen Kernbereich darstellen. Wir fragen nach den Prozessen der Entstehung, Produktion und (permanenten) Reproduktion von sozioökonomischer Entwicklung, Ungleichheit sowie den Politiken und Praktiken der Nachhaltigkeit, v.a. im Umgang mit endlichen Ressourcen und dem Klima.

  • Unternehmensbesteuerung und Lohnentwicklung. Wie wirken sich Veränderungen  der Gewerbesteuerhebesätze  auf  Löhne  aus? (Finanzierung: Hans-Böckler-Stiftung, Projektpartnerin: Prof. Dr. Inga Hardeck, Universität Regensburg) (Svenja Flechtner)

 

  • Europe reverse’ – Sizilien als Labor ‚hybrider Staatlichkeit’ in Europa? (Geldgeber: Volkswagenstiftung, Förderlinie ‚Originalitätsverdacht’; Projektpartnerin: Dr. Lene Faust, Universität Bern) (Christian Henrich-Franke)

 

  • Historische Grundlagen der mobilen Gesellschaft: Pfad(inter-)dependenzen in Verkehrsinformationssysteme (Geldgeber: DFG – Deutsche Forschungsgemeinschaft) (Christian Henrich-Franke)

 

 

 

  • Nascent 2.0 (Geldgeber: BMBF; Projektpartner: Uni Oldenburg) (Niko Paech)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Plurale) Ordnungen und Organisationen (demokratische Diskurse)

In diesem Schwerpunkt beschäftigen wir uns mit Ordnungen, Organisationen, deren Infrastrukturen sowie den damit zusammenhängenden demokratischen Diskursen. Dabei geht es uns neben der Analyse (bestehender) Ordnungen auch um Prozesse der Gestaltung von Ordnungen – nicht zuletzt im institutionenökonomischen Sinne verstanden als Eigentums- und Verfügungsrechtsstrukturen – sowie ihrer normativen Grundlagen. Indem wir Ordnungen als dynamisch veränderbare Regelsysteme analysieren, die das menschliche Miteinander strukturieren, werfen wir auch die (normativen) Fragen nach demokratischer Partizipation, Mitwirkung und Mitgestaltung auf. Wir thematisieren und bewerten deshalb in unseren Forschungen auch die Vor- und Nachteile unterschiedlicher (wirtschafts-) politischer Dogmen im Kontext ihrer jeweiligen zeithistorischen Bedingungen.

  • Re-establishing the order ethical foundations of Social Market Economy (Geldgeber: Porticus; Projektpartner: Katholische Sozialwissenschaftliche Zentralstelle e.V.) (Nils Goldschmidt)

     
  • Europe reverse’ – Sizilien als Labor ‚hybrider Staatlichkeit’ in Europa? (Geldgeber: Volkswagenstiftung, Förderlinie ‚Originalitätsverdacht’; Projektpartnerin: Dr. Lene Faust, Universität Bern) (Christian Henrich-Franke)

 

 

  • Morgenthaler, G. (2021): Das Verhältnis des Rechts zum Weltbild seiner Urheber in Oswald Spenglers Thesen zur Rechtsgeschichte, Journal of the Oswald Spengler Society 3.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wissenschaftskommunikation und (ökonomische) Bildung

Wir begreifen exzellente Forschung als einen Auftrag der Vermittlung und Kommunikation in und mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, die mit einer besonderen Verantwortung für nachwachsende Generationen einhergeht. Für uns speist sich – ganz im Humboldt’schen Sinne der Einheit von Forschung und Lehre – gute Forschung auch aus einer exzellenten Lehre und Wissenschaftskommunikation. Es ist uns ein zentrales Anliegen, die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung in die ökonomische (Aus-) Bildung wie in öffentliche Diskurse einfließen zu lassen und wahrnehmbar Stellung zu beziehen. Wir greifen deshalb gezielt öffentliche Diskurse in unserer Forschung auf, um politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Orientierungsbedarf wissenschaftlich zu reflektiert und zu kommunizieren. Als Plurale Ökonomik möchten wir einen Beitrag zu einer besseren ökonomischen Bildung leisten und unsere Ideen auch in das Lehramtsstudium und Institutionen des lebenslangen Lernens hineintragen. Dabei begreifen wir Wissenschaftskommunikation und ökonomische Bildung nicht nur als einen Auftrag, sondern als ein eigenständiges Forschungsfeld, das nicht nur gängige Meinungen und Dogmen hinterfragt, sondern ebenso deren Reproduktionsmechanismen kritisch reflektiert.

  • Mitarbeit am Forschungsprojekt der FGW – Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung e.V. – „Neues ökonomisches Denken“  (Helge Peukert)