Stipendienprogramm

Stipendienprogramm „Supply Chains und wirtschaftliche Entwicklung – Plurale Perspektiven“

Im November 2017 ist die erste Kohorte von Promotionsstipendiat*innen gestartet. Die zweite Kohorte startete im Sommersemester 2020.

Zielsetzung und Hintergrund

Das Stipendienprogramm „Supply Chains und wirtschaftliche Entwicklung – Plurale Perspektiven“ verfolgt das Ziel, durch die Analyse von globalen Wertschöpfungsketten Prozesse wirtschaftlicher Entwicklung zu verstehen. Darüber hinaus soll das Potenzial einer pluralen Forschungsagenda in den Wirtschaftswissenschaften ausgeschöpft, weiterentwickelt und verdeutlicht werden.

Hintergrund des Stipendienprogramms ist eine zunehmend unsichere globale wirtschaftliche Entwicklung, die mit sozial und ökologisch problematischen Konsequenzen einhergeht. Ressourcenverknappung, Klimawandel, Umweltverschmutzung sowie steigende Ungleichheiten stellen bestehende Entwicklungspfade und -strategien in Frage. Ziel des Stipendienprogramms ist es, durch die Analyse von globalen Wertschöpfungsketten wirtschaftliche Prozesse zu analysieren, die zum Verständnis der beschriebenen Problemlage und zur Entwicklung von Lösungsansätzen beitragen. Die Einbettung wirtschaftlicher Prozesse in Gesellschaft, Kultur und Institutionen sowie die Verzahnung sozialer und ökologischer Prozesse sind dabei zentrale Elemente.

Forschungsagenda

Globale Wertschöpfungsketten (GWK) sind ein Kernelement der heutigen globalisierten Welt. Die Einbindung in globale Wertschöpfungsketten bedingt dabei zahlreiche Interdependenzen zwischen Ländern des Globalen Nordens und des Globalen Südens sowie zahlreiche Verflechtungen zwischen ökonomischen, sozialen und ökologischen Systemen. Interdependenzen in globalen Produktionssystemen können dabei neue Möglichkeiten entstehen lassen, aber auch Handlungsspielräume von Unternehmen, Regierungen und privaten Akteuren einschränken. Durch Verflechtungen ökonomischer, sozialer und ökologischer Systeme entstehen darüber hinaus Spannungsfelder und Zielkonflikte.

Das Stipendienprogramm ist zum einen der Erforschung der genannten Verflechtungen und Interdependenzen sowie damit verbundener Probleme gewidmet. Zum anderen können Lösungsansätze untersucht werden, beispielsweise im Hinblick auf resiliente oder nachhaltige Wertschöpfungsarchitekturen. Einen möglichen weiteren Ansatz stellt der Vergleich von „Best Practice“-Fällen mit „Worst Practice“-Fällen dar, wobei auf die Entwicklung normativer Klassifizierungskriterien einzugehen wäre. Wichtig ist dabei, dass das Stipendienprogramm einen holistischen Ansatz anstrebt, welcher die Auswirkungen von globalen Wertschöpfungsketten auf soziale und ökologische Systeme stets einbezieht. Die Promovierenden können sich auf Einzelaspekte, aber auch auf systemische Fragen fokussieren.

Plurale Forschung und Besonderheiten des Programms

Plurale Forschung wird ermöglicht, indem innerhalb des Stipendienprogramms Fragestellungen aus der Perspektive verschiedener ökonomischer Schulen sowie auf der Grundlage verschiedener Methoden bearbeitet werden. Dabei stehen quantitative und qualitative Methoden gleichberechtigt nebeneinander. Die Möglichkeit zur Spezialisierung bleibt auf der Ebene der einzelnen Promotionsvorhaben erhalten.

Plurale Forschung stellt den fruchtbaren und gleichberechtigten Diskurs zwischen verschiedenen Perspektiven in den Vordergrund. Regelmäßiger Austausch ist somit ein Grundanliegen des Stipendienprogramms. Methodenreflexion spielt eine zentrale Rolle in promotionsbegleitenden Austauschformaten. Des Weiteren ist insbesondere der regelmäßige Austausch zwischen den Promovierenden sowie mit Studierenden des Masterprogramms Plurale Ökonomik vorgesehen. Neben dem Diskurs mit der Scientific Community ist die Einbindung zivilgesellschaftlicher Perspektiven in die Forschungsarbeiten erstrebenswert.

Sprecher der Stipendiatengruppe sind Gustav Bergmann, Nils Goldschmidt und Helge Peukert. Organisatorischer Ansprechpartner ist Matthias Störring (stoerring[at]wiwi.uni-siegen.de).